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Rückblick auf den 30. April 2017

Ob in Australien, USA, Kanada oder in Europa, überall demonstrierten Vietnamesen anlässlich des 30. April gegen die kommunistische Diktatur in Vietnam und erinnerten an den 30.04.1975, als die kommunistischen Truppen Nordvietnams in den Süden einmarschierten und beide Landeshälften zwangsvereinten, um in ganz Vietnam ein System aus Willkür, Unterdrückung, Korruption und totaler Überwachung zu errichten.

Doch viele innerhalb Vietnams, die einst für den Kommunismus kämpften sind schon lange Opfer ihres eigenen Systems geworden. Es geht hier nicht um Vietnams Pseudokritiker, die sich erst auf Kosten der Bevölkerung die Taschen gefüllt hatten, dann im hohen Alter Kritiker wurden, weil sie keine politische Macht mehr hatten und von ihren eigenen Genossen nun verfolgt wurden. Es geht hier um die Menschen, die so naiv waren und doch tatsächlich glaubten, dass es im Kommunismus die leeren Phrasen, die heute immer noch Vietnams vergilbte Straßenplakate prägen, wie: Freiheit, Glück und Einigkeit geben würde. Das durfte auch vor kurzem diese bekennende Kommunisten Familie [1] in Vietnam erleben, dass all ihre Dokumente wertlos sind und dass Bilder von Ho Chi Minh oder Lobeshymnen auf die Kommunistische Partei nicht gegen Enteignung helfen, sondern lächerlich sind.

Im Ausland gab es in der vietnamesischen Diaspora zahlreiche Gedenkveranstaltungen, die an die Opfer während des Vietnamkrieges und der Zeit nach dem Fall Saigons erinnerten. In der kanadischen Hauptstadt Ottawa gedachten im Parlament die Abgeordneten an den 30. April, der seit 2015 ein kanadischer Gedenktag ist [2a; 2b]. In Deutschland fanden in Berlin und Frankfurt Kundgebungen und Demonstrationen statt.

Berlin


In London nahmen viele junge vietnamesische Menschen teil, sie sagten, dass sie gegen das Regime protestieren, da Menschenrechte unterdrückt, andersdenkende in Vietnam verfolgt und verhaftet werden [3].

In der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh erinnerte eine kleine Gruppe junger Vietnamesen [4] an den Untergang Südvietnams. Den jungen Menschen, die in Taiwan arbeiten oder dort geboren wurden, fragten sich in ihrer Vergangenheit immer, warum so viele Menschen nach dem 30. April 1975 das Land verließen, da ihnen immer in der Schule durch die Propaganda gelehrt wurde, dass der 30. April ein Freudentag sei. Durch Berichte und historische Dokumente, die Vietnams Kommunisten nicht verfälschen konnten, erfuhren sie die Wahrheit.

In Vietnam gab es an diversen Orten erneut Proteste gegen die vietnamesische Regierung und das Stahlwerk Formosa, das 2016 ein Fischsterben auslöste und bis heute weiterbetrieben werden darf. Es wurden $500 Mio. an Vietnams Regierung gezahlt, jedoch hat bis heute kein Fischer etwas von der Entschädigung erhalten. Der katholische Priester Anton Đặng Hữu Nam rief im Bezirk Nghệ An, Nordvietnam, zum Protest gegen Formosa auf und bezeichnete den 30. April als den Tag, wo Vietnamesen ihre Rechte verloren. Er zitierte den berühmten Satz des früheren südvietnamesischen Präsidenten Nguyễn Văn Thiệu: „Traue nicht den Kommunisten, was sie sagen, sondern was sie machen.“


Auch in Saigon ließen als Zeichen des Protests und der Erinnerung einige Menschen heimlich Ballons in den Farben der ehemaligen Republik Vietnam in den Himmel steigen bzw. befestigten dort Flaggen, wie ein ältere Herr, der sich die Flagge der Republik selber nähte. [5]. Wo anders hatten Aktivisten Tage zuvor Flaggen Südvietnams aufgeklebt [6]. Die Polizeipräsenz in Saigon war schon einige Tage zuvor verstärkt und Straßen überwacht worden, da das Regime fürchtete, dass Proteste zum „Tag der Befreiung“ entflammen könnten.

[1] https://youtu.be/HaCxK-HUt_k
[2a] https://youtu.be/cySaHcpjcTs
[2b] https://youtu.be/2dscrG9lCcE
[3] https://youtu.be/pnjVbLZlMXE
[4] https://youtu.be/Ig2JZyOypvE
[5] https://www.youtube.com/watch?v=_QAppYZDLIc
[6] https://www.facebook.com/photo.php?fbid=896228377155691&set=pcb.896229720488890&type=3&theater