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Vietnam - Gefahr vor synthetischem Kaffee

Was wäre der Tag, ein Treffen mit Freunden oder Familienmitgliedern in Vietnam ohne eine Variation von Kaffee? Dass das dunkle Bohnengetränk, das mit den Franzosen einst ins Land kam und bis heute ganz schlicht mit Filteraufsatz und Heißwasser zubereitet wird, für viele Vietnamesen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, kann man überall auf den Straßen erkennen. Während in vielen anderen asiatischen Ländern der Tee seine Dominanz verteidigen konnte.

Doch in jüngster Zeit kann man sich nicht mehr sicher sein, dass der Kaffee zwangsläufig auf konventionelle Art hergestellt wurde. Wer Pech hat und sich in einem „stark profitorientierten“ Café befindet, bekommt vom Betreiber einen synthetischen Kaffee vorgesetzt, dabei handelt es sich nicht um ein Kaffeeextrakt, woraus das Getränk gewonnen wird, sondern um eine dunkle Flüssigkeit aus der Chemieküche, wie Reporter der staatlichen vietnamesischen Tageszeitung Thanh Niên aus Saigon berichteten.

Vietnamesischer Bericht über synthetischen Kaffee


Die dunkle Substanz wird in Kanistern verkauft und gibt es in den Geschmackssorten Robusta, Mocca oder Brasilien. Ein Etikett in vietnamesischer Sprache wirbt mit „maximalem Profit“ eines „überzeugenden“ Produkts.

Verdeckt recherchierten Reporter und befragten eine Verkäuferin im 5. Bezirk auf dem Kim Biên Markt, die diese Flüssigkeit verkaufte.

synt kaffee

Für ca. US$ 17 erhält man einen Kanister mit dem sich mindestens 400 Tassen bzw. Gläser Kaffee herstellen lassen. Das ist für den Einkaufspreis sehr günstig gegenüber 1kg Billigkaffee mit dem sich nur 40 Tassen herstellen lassen.

„Sie brauchen nur ein paar Tropfen dieser Substanz und das Ergebnis ist ein perfekter Kaffee. Die meisten Cafés verwenden es“, erklärte die Verkäuferin.

Das Etikett auf dem Kanister gab den 6. Bezirk als Herkunftsort an, jedoch erklärte die Händlerin, dass die Flüssigkeit dort nur verpackt werde. Sie sei sich sicher, dass die Chemie aus China stamme, da die Angaben der Inhaltsstoffe auf Chinesisch seien.

Andere Händler bestätigten, dass die Substanz giftig sei, äußerten sich aber nicht zu den Inhaltsstoffen.

Nach Angaben des Chemieverbands von Saigon enthält die „dunkle Flüssigkeit“ Schwermetalle, die bei regelmäßigem Konsum zu schwerer Schädigung der Leber und des Magens führen. Weitere Untersuchungen an der Flüssigkeit stehen noch aus.

Das lukrative Geschäft mit falschem Kaffee ist in Vietnam nicht neu, so existieren regelrechte Industriezweige, die sogar bis ins benachbarte Kambodscha reichen. Erst im Januar 2015 wurden im Raum Phnom Penh mehrere Vietnamesen bei einer Razzia verhaftet, dabei wurden 30 Tonnen Rohmasse für einen chemischen Cocktail sichergestellt.

Der gefälschte Kaffee wird aus Sojabohnen und Mais hergestellt. Durch das Rösten und dem Zusatz chemischer Stoffe bekommen die „Bohnen“ ihr dunkles Aussehen und ein Kaffeearoma. Die Erzeugnisse werden dann in Verpackungen bekannter Marken gefüllt und verkauft.

In Vietnam gestaltet sich die Stilllegung der Kaffeefälscher als schwierig, da einige „Unternehmen“ sich sogar Lizenzen besorgen konnten und ganze Landesteile mit ihren Produkten beliefern.

Produktion der „braunen Brühe“ mit versteckter Kamera gefilmt, aus dem Jahr 2012


In den letzten Jahren ist die Zahl gefälschter und verunreinigter Genuss- und Nahrungsmittel innerhalb Vietnams drastisch angestiegen. Mangelnde Kontrollen, Korruption und Profitgier begünstigen diese Umstände.


Siehe auch:
http://bit.ly/1psLz8S


Quellen:
http://thanhnien.vn/thoi-su/tinh-chat-bien-nuoc-la-thanh-ca-phe-649395.html
http://www.soshiok.com/content/fake-potentially-toxic-coffee-being-sold-vietnam-report
http://www.phnompenhpost.com/national/four-arrested-raid-targeting-fake-coffee
http://thanhnien.vn/chinh-tri-xa-hoi/phong-su/hai-hung-ca-phe-deu-289963.html