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US-Bürger William Nguyen wieder in Freiheit


Große Freude bei der Familie von William Nguyen, der US-Bürger wurde nach 40 Tagen Haft am 20. Juli 2018 von einem vietnamesischen Gericht wieder in die Freiheit entlassen und des Landes verwiesen. Ihm wurde vorgeworfen die „öffentliche Ordnung und den Frieden des Landes“ gestört zu haben. Ein Flugzeug brachte ihn zunächst nach Singapur, wo ihn seine Familie empfing, die extra aus Houston, Texas angereist war, bevor es gemeinsam zurück in die Vereinigten Staaten ging.

Der Fall von William bzw. Will, so wie ihn die meisten nennen, sorgte bei Vietnamesen im In- und Ausland für Schlagzeilen.  Der 32-jährige Texaner, der erst kürzlich ein Master Stipendium in Singapur an der „Lee Kuan Yew School of Public Policy“ abgeschlossen hatte, wollte vor der offiziellen Abschlussfeier seiner Hochschule einen Kurzurlaub in Vietnam machen, um seine Verwandten zu besuchen.

Als am 10 Juni 2018 in verschiedenen Metropolen anti-chinesischen Protesten stattfanden, die aufgrund eines Regierungsbeschlusses Sonderwirtschaftszonen für 99 Jahre an überwiegend chinesische Unternehmen zu verpachten, ausgelöst wurden, beschloss Will nach Saigon zu fahren, um daran teilzunehmen.  Er sagte noch zu seiner Schwester, dass es für ihn eine bürgerliche Pflicht sei die vietnamesischen Bürger zu unterstützen.

Während des Protestmarsches verschickte er über seinem Twitter Account noch ein Bild mit dem Kommentar:  
„This is #democracy in #Vietnam“.

Wenig später schritten in zivilgekleidete Sicherheitskräfte ein und griffen die protestierende Menge an, es kam zu Tumulten zwischen den Demonstranten, Schaulustigen und der Staatssicherheit, die wenig zimperlich umging und auf die Leute einschlug. Etwa 150 Personen wurden verhaftet und in Busse oder auf Polizeifahrzeuge gezerrt.  



Darunter war auch Will, gekleidet in schwarzen Shorts und schwarzem Shirt. Es wurde blutend über die Straße geschleift, ein Beamter versuchte einen orangen Sack über den Kopf des Texaners zu stülpen. Wenig später war Will mit weiteren Personen auf der Ladefläche eines Polizeifahrzeugs, welches mit den Gefangenen schnell davonfuhr.



Einige Tage später veröffentlichte die vietnamesische Polizei ein Video mit einem inszenierten Geständnis, wo Will sich entschuldigte den Verkehr gestört zu haben, bedauerte seiner Familie Probleme bereitet zu haben und versprach nie wieder an Protesten gegen die vietnamesische Regierung teilzunehmen.

Das US-Außenministerium schaltete sich ein und arbeitete unter Hochdruck an dem Fall, US-Außenminister  
Mike Pompeo forderte bei einem Besuch in Vietnam Anfang Juli die Freilassung von William Nguyen. 


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