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Ehemaliger südvietn. Soldat trifft nach 41 Jahren „seine" Ngọc Bích wieder



Kimberly Mitchell, die auf einer Farm in Wisconsin, USA aufwuchs, die Marine Akademie absolvierte und es bis zum Rang eines Korvettenkapitäns geschafft hat verkörpert ein typisches Idealbild einer patriotischen US-amerikanischen Lebensgeschichte, wie sie im Bilderbuch steht.

Doch ohne einen ganz besonderen Menschen wäre Kimberly Mitchell wohl nie die geworden, die sie heute ist.

Es ist das Jahr 1972, der Vietcong und die Nordvietnamesen greifen, die zum damaligen Südvietnam gehörende Provinz Quảng Trị an. Südvietnamesische Soldaten versuchen an der Seite der US-Amerikaner die Kommunisten aufzuhalten, es kommt zu heftigen Kämpfen. Der damals 23-jährige Trần Khắc Báo erhält den Befehl mit seiner Truppe eine Brücke in einem Dorf in die Luft zu sprengen.

An der Brücke angekommen schleppt sich ein alter Mann über die Querung und überreicht Báo ein kleines Bündel in einem Strohhut.

„Der alte Mann sagte, dass das Baby versuchte bei seiner toten Mutter zu säugen", erinnert sich Báo in einem Interview.

Er beschließt das Baby zum Waisenhaus ins ca. 100km entfernte Đà Nẵng zu bringen und schafft es aus dem heftig umkämpften Gebiet herauszukommen. Am Zielort angekommen übergibt er es in die Obhut des Waisenhauses und nennt das kleine Mädchen Trần Thị Ngọc Bích (edler Diamant), eigentlich plante Báo diesen Namen seinem Kind zu geben, falls er später selbst eine Tochter haben werde.

Dieser Tag sollte vielleicht das letzte Mal sein, das Trần Khắc Báo „seine" Ngọc Bích jemals wieder sehen würde.

Die Jahre nach dem Krieg
Der Vietnamkrieg ist vorbei, das kommunistische Regime herrscht nun über ganz Vietnam. Trần Khắc Báo hat sieben Jahre im Gefängnis und Umerziehungslager verbracht, nach seiner Entlassung sucht er das Waisenhaus in Đà Nẵng auf, doch das befindet sich nun an einer anderen Adresse.

Jahre später als Báo eigene Kinder hat denkt er noch immer an seine Ngọc Bích.

„Ich hoffte, dass es ihr gut ging", erzählt der Vietnamese, der heutzutage mit seiner Familie in den Vereinigten Staaten im Bundesstaat New Mexico lebt.

Was Khắc Báo nicht weiß, dass das Waisenkind von James Mitchell, einem amerikanischen Mitarbeiter der Luftwaffe, adoptiert worden ist, der das Mädchen in Kimberly umbenennt. Fortan wächst das Mädchen behütet in ihrer neuen Familie auf.

Als Kimberly älter wird und ihre Eltern ihr mitteilen, dass sie adoptiert worden ist, stellt sich das ehemalige Waisenkind immer nur die eine Frage: „Hat man mich nicht geliebt oder warum wurde ich ins Waisenhaus abgegeben?"

Der Zufall und das Wiedersehen
Im Laufe der Zeit möchte Kimberly mehr über ihre Wurzeln wissen und beginnt zu recherchieren, schließlich findet sie nach langer Suche die Adresse des Waisenhauses. An ihrem 40. Geburtstag im Jahr 2011 fliegt sie nach Vietnam.

Eine in den USA ansässige vietnamesische Zeitung berichtet über diese Geschichte und erwähnt Kimberlys ersten Namen, der sich in ihrem Ausweis, als sie noch ein Baby war, befindet: Trần Thị Ngọc Bích.

Trần Khắc Báo liest diesen Zeitungsartikel, der berichtet, dass Kimberly verstoßen worden sei. „Ich rief meine Frau und fragte sie ob ich träume. Ich wusste, das muss das Mädchen sein, meine Ngọc Bích", berichtete der ehemalige südvietnamesische Soldat. Báo nimmt Kontakt zu Kimberly auf und versichert ihr, dass sie nicht verstoßen wurde, sondern gerettet worden sei.

Am 29. März 2013 ist es endlich soweit, Kimberly trifft nach 41 Jahren ihren Retter Trần Khắc Báo in Albuquerque, New Mexico. Es kommt zu einer sehr emotionalen Begegnung, als würden sich zwei Verwandte nach langer Zeit wieder treffen.



Als Báo erfährt, was für eine glückliche Kindheit Kimberly erlebt hat ist er glücklich und sagt: „Ich habe alle richtig gemacht." Kimberly Mitchell plant eines Tages mit Trần Khắc Báo nach Vietnam zu fliegen und in ihrem Geburtsort nach dem Grab ihrer leiblichen Mutter zu suchen.


Quellen: