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Nina Pham im Interview – Person des Jahres 2014



Das „TIME magazine“ nominierte die „Ebola Bekämpfer“ als Personen des Jahres 2014. Darunter auch die 26-jährige Nina Pham, die als Krankenschwester im texanischen Presbyterianer Krankenhaus in Dallas arbeitet.

Sie pflegte Thomas Eric Duncan, der sich in Liberia mit Ebola infiziert hatte und zu Verwandten Ende September 2014 in die USA gereist war und später an den Folgen der Krankheit verstarb.

nina pham
Wenig später wurde bei Nina Pham Ebola diagnostiziert, der Virus konnte mit experimentalen Medikamenten und einer Bluttransfusion des Ebola geheilten US-Amerikaners Dr. Kent Brantley bekämpft werden.

Das erste, als ich etwas über das Wort Ebola hörte, war als alle über Dr. Brantly und Nancy Writebol berichteten. Als ich hörte, dass ein Ebola Fall auch in Dallas aufgetaucht sei, war das ein paar Stunden, bevor Herr Duncan mein Patient wurde.

Nina Pham Interviewausschnitt (deutscher Untertitel)
 

An diesem Tag kam mein Vorgesetzter zu mir und erklärte mir, dass wir in der Notaufnahme einen Patienten haben und der in die Intensivstation gebracht werde, um auszuschließen, ob eine mögliche Ebola Ansteckung vorliegt. Ich war sichtlich verängstig, aber ich entschloss meine Aufgabe zu erfüllen.

So bin ich halt, Krankenpflege ist meine Berufung. Ein Patient benötigte Hilfe und ich wollte ihm helfen. Ich hätte die Aufgabe nicht abgelehnt.

Immer wieder kreiste in meinem Kopf die Frage, wie ich mich wohl infiziert hatte. Ich kann nur vermuten, dass es in den ersten paar Tagen passiert sein muss, als Herr Duncan keine Kontrolle mehr über seine Körperflüssigkeiten hatte und noch nicht an Katheter und Schläuche angeschlossen war. Wir mussten zu ihm und Blut entnehmen, solch ein enger Kontakt war mit einem sehr hohem Risiko verbunden.
 
Ich tat alles, was die Seuchenschutzbehörde und das Krankenhaus empfahlen, wie z.B. das richtige An- und Ausziehen der eigenen Schutzausrüstung. Ich hatte sogar mit der Seuchenschutzbehörde im Krankenhaus gesprochen, nachdem ich Herr Duncan gepflegt hatte und man sagte mir, das kein Risiko bestehe.

So war es für mich ein Schock, als mein Chef, Cole Edmundson und ein Mitarbeiter der Seuchenschutzbehörde zu mir in voller Schutzausrüstung kamen. Ich sah Coles Augen und sie waren vom Weinen ganz rot. Ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmte.

Mir war mein Herz in die Hose gerutscht. Zuerst wollte ich es nicht wahrhaben. Ich rief meine Familie an und erklärte ihnen was passiert sei und dass ich sie liebte. Da Herr Duncan drei Tage zuvor gestorben war, gingen mir die Gedanken durch meinen Kopf, wie seine Krankheit fortgeschritten war und schließlich zu seinem Tod führte. Das waren die Dinge, die mich beschäftigen, als ich wusste, dass ich mit Ebola infiziert war.
 
Aber jetzt hoffe ich, dass wir [als Amerikaner] wissen, dass Ebola in Westafrika noch immer ein großes Problem ist und ich denke, dass es wichtig ist , sich gegenseitig als globale Gemeinschaft zu helfen.