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Eine Rose für Nguyen Thi Bao Phuong

Innerhalb von wenigen Tagen haben zahlreiche Internetseiten über die Verhaftung von Nguyễn Thị Bảo Phương berichtet.
Innerhalb von wenigen Tagen haben zahlreiche Internetseiten über die Verhaftung von Nguyễn Thị Bảo Phương berichtet.
Zugleich tauchte im Internet eine Audioaufnahme mit der schluchzenden Stimme von Bảo Phương auf, die hier unter  http://members.aol.com/mylinhng/thammong.mp3  angehört werden kann.

Diese Aufnahme wurde gemacht, als Bảo Phương von der Toilette der Untersuchungshaft in Nr. 4 Phan Đăng Lưu heraus telefonierte. Wir wissen, warum die Polizei die Haft gegen Bảo Phương gelockert und auch noch das Handy zurückgegeben hat, nichts als um herauszufinden, mit wem Bảo Phương sonst Kontakt aufnimmt. Folgende Dialoge wurden bei dem Telefonat aufgezeichnet:

Bảo Phương: Die haben die Mails zwischen mir und Professor Đỗ Thông Minh im Forum Thảo Luận über den Aufruf zum Boykott von der Wahl ausgedruckt und mich gezwungen, sie zu unterschreiben. Ich habe mich geweigert zu unterschreiben. Ich sagte, das gehört mir, ich bewahre es deshalb in meiner Email. Ich habe nichts was Illegales begangen. Die Polizei sagte darauf hin, ich soll mich nicht ihr messen.

Männliche Stimme: Onkel Sỹ Hoàng teilte mit, er habe schon mit dem US-Konsulat und dem US-Außenministerium darüber informiert. Die werden direkt Kontakt mit dir aufnehmen. Beruhige dich, ich werde hier draußen alles unternehmen. Du passt darin bitte gut auf dich auf.

Bảo Phương: Meine Freundin, die Lan, ist freigelassen worden, und die Polizei ist trotzdem dicht hinter ihren Fersen.

Männliche Stimme: Ich weiß, erzähle nur das notwendigste. Hab keine Angst darin. Wir werden hier draußen alles unternehmen, um deiner Mutter und deiner Schwester drüben zu helfen.

Bảo Phương: Mir helfen braucht ihr erstmal nicht. Womit ich mir Gedanken mache, ist, weshalb sie mich zwingen, Dinge zu unterschreiben, womit ich mich gar nicht schuldig gemacht habe. Als mich weigerte zu unterschreiben, versuchten sie mir zuzureden, dass ich nur folgendes Zugeständnis aufschreiben solle. Ich wäre jetzt bereit, freiwillig mit der Polizei zusammenzuarbeiten, weil ich gemerkt habe, dass meine Schuld in dieser Sache sehr schwerwiegend wäre. Nur durch eine Zusammenarbeit mit der Polizei würde mir schließlich helfen, das Gefängnis zu ersparen. Ich würde auch versichern, Informationen über dieser Arbeit absolut streng geheim halten. Ich würde Meldungen über Leute machen, die versuchen Kontakt mit mir aufzunehmen. Das hatten sie versucht, von mir zu erzwingen.
Ich lehnte ihren Vorschlag ab und sagte, ich habe das Recht dazu. Dann bestand ich darauf, zu Toilette zu gehen. Wir müssen jetzt Schluss machen. Wenn sie heute Nacht die Telefonleitung kontrollieren und diese Nummer feststellen, dann würde es Ärger geben. Ich werde dich anrufen, wenn es günstig ist.

Anhand der Dialoge können wir sagen, dass Bảo Phương eine tapfere Kämpferin ist, die sich nicht so schnell vor Gewalt beugt. Ihre klare Einstellung "Ich habe mir nichts vorzuwerfen, werde ich also auch nichts unterschreiben" hat bestimmt das Blut im Gesicht mancher Männer etwas wärmer gemacht. Die feigen Polizisten, die sie mit Ohrfeigen geschlagen haben, hatten versucht, Bảo Phương mit der Freilassung als Handlange für sie zu gewinnen. Aber sie haben sich geirrt. Dieses tapfere Mädchen hat ihre Liebe zu ihrem Land und ihrem Volk gezeigt, indem die Versuchungen der Polizei ablehnte: "Ich sage noch mal, ich mache da nicht mit. Das ist mein Recht dazu"

Ein Mädchen von 25 Jahren aber schon mit einer solchen starken Haltung, verdient hohen Respekt und Lob. Sie steht gerade wie ein Tannenbaum. Ihre tapfere Stimme klang wie der Held Trần Bình Trọng von einst zu seinen Feinden: "Lieber bleibe ich als Teufel des Südens anstatt König des Nordens (China) zu sein"

Was habt ihr da noch zu sagen, ihr feige Polizisten? Angesicht dieser Aufnahme sollte der vietnamesische Polizeiapparat sich schämen. Auch sich dafür schämen, dass anstatt die Gesetze zu beschützen, sind sie diejenigen, die die Gesetze verletzen. Und zwar im § 69 und § 71 des Grundgesetzes von 1992.

Dem Präsident Nguyễn Minh Triết wird nachgesagt, er leide unter Prostatakrebs. Möge der Präsident sich besinnen und noch vor dem Tod mit seiner Macht noch etwas Gutes tun, nämlich gemäß § 103 des Grundgesetzes alle Demokratiekämpfer freilassen.

14.07.2007
Für freie Verwendung