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Chinesische Marine schießt auf vietnamesische Fischerboote

Die vietnamesische Regierung hat bis heute immer noch keine Stellung zu dem Zwischenfall, bei dem die chinesische Marine auf die Fischerboote vor den Spratly-Inseln geschossen hatte, genommen.
2007.07.16 Nguyễn Khanh, Reporter von RFA

Die vietnamesische Regierung hat bis heute immer noch keine Stellung zu dem Zwischenfall, bei dem die chinesische Marine auf die Fischerboote vor den Spratly-Inseln geschossen hatte, genommen. Aus Washington berichtet Nguyễn Khanh:

Inzwischen ist schon eine Woche vergangen, trotzdem hat die Regierung von Vietnam sich immer noch nicht zu dem Zwischenfall mit dem Schießerei auf vietnamesische Fischer, die vor den Spratly-Inseln ihre Netze geworfen hatten und von der chinesischen Marine beschossen wurden, geäußert.

Nach unserer Recherche hat sich der Zwischenfall schon anfangs letzter Woche ereignet. Glücklicherweise kam niemand bei diesem Zwischenfall ums Leben, es gab jedoch einige Verletzte.

Nachrichtenkenner aus Hanoi bestätigten die Meldung des Senders Radio Free Asia unter Berufung auf Informationenquellen von Angehörigen des vietnamesischen Verteidigungsministeriums über den Zwischenfall. Militärangehörige erklärten, die Zeit sei noch nicht reif für eine Veröffentlichung des Zwischenfalls und beide Seiten arbeiteten derzeit an einer Lösung.

Nach Abmachung zwischen Hanoi und Peking sollten alle Streitigkeiten um die Spratly-Insel, “egal wie groß das Ausmaß der Probleme aussieht”, von beiden Seiten friedlich gelöst werden.

Nicht das erste Mal
Das war nicht das erste Mal, dass vietnamesische Fischerboote im Südchinesischen Meer Schwierigkeiten mit der chinesischen Marine bekamen. Ein Militärangehöriger des Verteidigungsministerium Vietnams, der anonym bleiben will, teilte mit, er habe selbst Berichte über Spratly- Inseln gelesen, wonach chinesische Marine die vietnamesische Marine sogar mit Belagerung absichtlich provozierte”.

Nach Angabe des Militärangehörigen soll der diesmalige Zwischenfall durch hochrangige Militärbeamten beider Nationen gelöst werden. Weitere Militärkonflikte seien aber nicht ausgeschlossen.

Trà Mi: Sie sagten, dies sei nicht das erste Mal, dass sich so etwas ereignet …

Nguyễn Khanh: Das ist ganz richtig. Es bereitet den vietnamesischen Fischern im süd-chinesischen Meer nicht nur Schwierigkeiten. Peking übt darüber hinaus Druck in vielen anderen Bereichen aus. Ich nenne ein Beispiel: Vor einem Monat teilten die beiden Öl-Unternehmen B.P und "Conoco-Phillips" mit, dass sie trotz Verträge mit Vietnam die Suche nach Öl um die Spratly-Insel einstellen würden.

Als Grund für diese Entscheidung gab British Petroleum den andauernden Streit zwischen Vietnam und China um die beanspruchte Souveränität der Insel an. Angesicht des Konfliktzustands will British Petroleum die Arbeit vorab nicht fortsetzen, bis eine friedliche Lösung zwischen Hanoi und Peking gefunden wird. Sowohl Vietnam als auch China erklärten ihren Anspruch auf das Gebiet als ihr Territorium, in dem British Petroleum gerade nach Öl suchte. China soll British Petroleum deshalb unter Druck gesetzt haben, alle Aktivitäten dort einzustellen. China besteht darauf, dass Vietnam mit ihm in den Gebieten innerhalb der Spratly-Insel kooperieren soll, wenn ausländische Firmen dort weiter nach Öl suchen wollen. Und diese Forderung wurde im Juni dieses Jahres gestellt, also nur ein Monat vor dem Zwischenfall mit der Schießerei auf die vietnamesischen Fischerboote durch die chinesische Marine.

Đỗ Hiếu: Kann man den Zwischenfall als Mahnung von China an Vietnam bewerten?

Nguyễn Khanh: Natürlich, wir dürfen diese Wahrscheinlichkeit nicht ausschließen. Nachrichtenkenner in Hanoi und Hồ Chí Minh Stadt sind der Meinung, dass es sich hier um eine ganz klare Mahnung handelte. Manche Leute meinen, China wollte damit zeigen, dass es ein größeres und mächtigeres Land gegenüber Vietnam ist. Gleichzeitig könnte dies auch als Warnung von Peking an Hanoi, die sich zunehmend die Annäherung zu USA bemüht, verstanden werden.


Quelle: www.rfa.org