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Spannung zwischen China und Vietnam nach Zwischenfall um die Kontrolle der Spratlys verschärft

Die chinesische Marine hat am 09.07.07 auf vietnamesische Fischerboote nah den Spratlys Inseln (350 Km von HoChiMinhStadt entfernt) geschossen.
Die chinesische Marine hat am 09.07.07 auf vietnamesische Fischerboote nah den Spratlys Inseln (350 Km von HoChiMinhStadt entfernt) geschossen.

Militärinformationen zufolge wurde ein vietnamesisches Boot bei der Attacke gekentert. Ein Fischer kam ums Leben und einige andere sind verletzt.

Professor Carlyle Thayer, ein Vietnam-Spezialist vom australischen Militärakademie teilte mit: "Vietnamesische Marinenoffiziere sagen, chinesische Schiffe haben in der letzten Zeit immer wieder provozierende Handlungen gezeigt"

Hohe vietnamesische Funktionäre bestätigen die Meldungen, es habe kleine Zwischenfälle mit chinesischen Booten in dem umstrittenen Gebiet gegeben.

Professor Thayer glaubt: "Diese Handlung war ein Teil der Politik von China, seine Souveränität zu verteidigen und deshalb vietnamesische Fischer beim Eindringen seines Gewässers hinderte."

Vietnamesische Grenzschutzpolizei hat Anfang April berichtet, chinesische Marine habe 4 vietnamesische Fischerboote festgenommen, weil diese nah den Spratlys gefischt haben. China bestätigte die Festnahme von 41 Fischern, will sie aber nur gegen eine Strafezahlung erst freilassen.

Oberstleutnant Lê Phúc Nguyên, stellvertretender Redakteurchef der Zeitung „Volksarmee“, teilte „The Straits Times“ mit: "Fischer können die Grenzlinie unmöglich erkennen. Dennoch sollte man keine Gewalt im Meer anwenden, weil dies nur zu noch schlimmeren Folgen führen würde".

China behauptet, die Inselgruppe Spratlys sei chinesisches Territorium.
Burma, Malaysia und Philippinen melden ebenfalls ihren Anspruch auf diese Insel.

Mehr Marinen einsetzen
Militärinformationen zufolge hatten sich zwei vietnamesische Mobilkriegschiffe BPS-500 (russische Konstruktion) sofort zu dem Schauplatz geeilt, konnten dennoch nur aus einer sicheren Entfernung dem Geschehen beobachten, weil die Feuerkraft chinesischer Marine überlegend war.

Oberstleutnant Nguyên fügte hinzu: "Langfristig gesehen müssen wir unsere Marinenkräfte stabilisieren sowie Partrollieinheiten besser aufrüsten".

Ursache der Konflikte ist neben der Beanspruchung der Souveränität auch die Vermutung hohes Erdöl-Vorkommen unter dem Meer.
Beide Länder Vietnam und China haben aufgrund ihres Wirtschaftswachstums einen hohen Bedarf an Brennstoff. Angesicht der drohenden Ölpreissteigerung über die 100 USD/Barrel Marke gegen Ende des Jahres will Vietnam sein 600 Mio. Barrel Reservoir erschließen. Dieses Reservoir liegt dennoch zum großen Teil in dem von China beanspruchten Territorium.

Drohende Eskalationen haben Ölfirmen zum Abzug aus diesem Gebiet gezwungen. British Petroleum und ihre beiden Partnerinnen ConocoPhillips und Petrovietnam haben letzten Monat ihr Erschließungs-Projekt im Wert von 2 Milliarden Dollar einstellen müssen.

Professor Thayer ist der Meinung: "langfristig und strategisch gesehen, dürfte es zu einer höheren Eskalation wegen Erdöl in dem Gebiet des süd-chinesischen Meers, welches Vietnam als Ostsee bezeichnet, kommen".

Dagegen gibt es auch Meinungen, wonach es Kompromisslösungen geben könnte. Herr David Koh, ein Vietnamspezialist vom Institut für Südostasienkunde von Singapur, sagte: "Beide Seiten haben anhand ihrer gegensätzlichen Erklärungen wahrscheinlich eingesehen, dass allein die Territoriumsbeanspruchung weder Menschen ernähren noch irgendwelche Seelen retten kann"