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Polizisten verhören elfjährigen Jungen zwei Tage lang

Sonntag, 6. April 2008 - TIỀN GIANG, (NV) - Die Bevölkerung des Bezirks Châu Thành im Stadt Tiền Giang forderte von der Polizei Aufklärung über die Festnahme des elfjährigen Jungen namens Nguyễn Bùi Sĩ Thanh, Schüler der 4. Klasse, und über den zweitätigen Verhör, bei dem der Schüler gezwungen wurde das Geständnis, ein Handy und ein Feuerzeug gestohlen zu haben, abzulegen.
Sonntag, 6. April 2008 - TIỀN GIANG, (NV) - Die Bevölkerung des Bezirks Châu Thành im Stadt Tiền Giang forderte von der Polizei Aufklärung über die Festnahme des elfjährigen Jungen namens Nguyễn Bùi Sĩ Thanh, Schüler der 4. Klasse, und über den zweitätigen Verhör, bei dem der Schüler gezwungen wurde das Geständnis, ein Handy und ein Feuerzeug gestohlen zu haben, abzulegen.

Obwohl das vietnamesische Befragungsgesetz besagt, dass die Befragung eines Jugendlichen nur in Anwesenheit eines Erziehungsberechtigten oder eines Anwalts durchgeführt werden darf, hätten die Polizisten laut Bericht von den Grosseltern Nguyễn Văn Út, 57 und Bùi Thị Lẹ, 55, wohnhaft in der Ecke Tân Phú I, Dorf Tân Lý Ðông, Bezirk Châu Thành, sich nicht an die genannten Bestimmungen gehalten.

Nguyễn Bùi Sĩ Thanh, 11 Jahre alt
Die Großeltern dieses Jungen erklärten: "Am Morgen des 3. Aprils kam ein Mann in der Umgebung zu uns und meldete, dass er ein Handy, Marke Nokia, und ein Zippo-Feuerzeug verloren hatte. Er sagte, dass nachdem er diese Gegenstände verloren hatte, hat er den Jungen Huỳnh Thanh Duy, 12 Jahre, wohnhaft in der selben Nachbarschaft und ein Freund von Nguyễn Bùi Sĩ Thanh, ausgefragt. Dieser gab zu, dass der Junge Thanh das Handy gestohlen hatte.

Deswegen gingen der Großvater von Thanh, der Bestohlene und die Polizisten von Tân Lý Ðông zum Gymnasium, wo Thanh gerade Unterricht hatte. Obwohl die Lehrer und der Schulleiter es bezeugten, dass Thanh am 3. April von 7 Uhr bis 11 Uhr in der Schule gewesen war (ein Alibi), haben die Polizisten trotzdem Nguyễn Văn Út gebeten den Jungen zum Präsidium zu bringen, damit sie "arbeiten" konnten.

Die Polizisten von Tân Lý Ðông haben den Jungen Nguyễn Bùi Sĩ Thanh am 3. April von 13 bis 18 Uhr verhört während Nguyễn Văn Út draußen warten musste, so dass er den Verhör nicht mithören konnte.

Um 18 Uhr rief der Beamte Hà Văn Vũ Herrn Nguyễn Văn Út herein, um das Geständnisprotokoll, in dem stand, dass Thanh zugegeben hatte, das Handy gestohlen zu haben, vorzulesen und unterschreiben zu lassen. Hà Văn Vũ bat Thanhs Opa mit seiner Unterschrift zu bestätigen, dass er bei dem Verhör anwesend war - erst dann würde er die Erlaubnis bekommen, seinen Enkel nach Hause zu fahren. Doch dieser unterschrieb nicht.

Um 22:30 desselben Tages kam Nguyễn Văn Phước, Vater von Nguyễn Bùi Sĩ Thanh, zum Präsidium und unterschrieb das Geständnisprotokoll, welches sich um Verstoß wegen Diebstahl handelte. Erst nachdem er dieses und die Kautionspapiere unterschrieben hatte, konnten sie nach Hause fahren.

Doch am nächsten Tag um 8 Uhr in der Früh, musste der Vater Nguyễn Bùi Sĩ Thanh wieder zum Polizeipräsidium bringen, um sich zu "melden" nach "dringlicher Forderung" der örtlichen Polizei. Herr Huỳnh Văn Vịnh, Leiter der Polizei, brachte wiederum den Elfjährigen ins Büro, befragte ihn und nahm ihn bis 14 Uhr fest.

Auch ohne Durchsuchungsbefehl des Richters, gingen Herr Huỳnh Văn Vịnh und einige Beamte zu Nguyễn Văn Úts Wohnung und durchsuchten sie wegen "zwingender Notwendigkeit". Um etwa 15 Uhr des 4. Aprils brachten zwei Polizeibeamten den Jungen nach Hause, um die Wohnung ein zweites Mal zu untersuchen. Doch auch nach dem zweiten Mal haben sie nichts finden können.

Was man besonders hervorheben muss, ist, dass nach diesen Vorfällen der Bestohlene Nguyễn Bùi Sĩ Thanhs Großeltern mitteilte, er hätte sein Zippofeuerzeug wiedergefunden.

Vor einem Jahr, am 14. März 2007, weil ein Lehrer in der Grundschule An Hiệp, im Bezirk Châu Thành, Stadt Ðồng Tháp, 47 800 VĐ (etwa 3 USD, ugefähr 1,91 EUR) verloren hatte, hielten Polizisten von An Hiệp die 10 jährige Huỳnh Thị Ngọc Trâm mehrere Stunden lang fest und verhörten sie. Die Polizisten zwangen sie sogar sich als Täterin zu bekennen.
Danach erlitt dieses Mädchen mentalen Schaden und verlor die Fähigkeit sich mit der Sprache auszudrücken. Dieser Zwischenfall brachte die Menschen in Unruhe und zwang Leiter der Sở Giáo Dục-Ðào Tạo Ðồng Tháp sich persönlich bei der Familie des Mädchens zu entschuldigen. Die Partei und die Regierung bedauerten es sehr. Und so haben die Behörden schließlich entschlossen den Polizeileiter vom Dienst zu suspendieren und zwangen ihn diese Arbeit aufzugeben. Ende letzten Jahres gab die Presse in Viet Nam bekannt, dass alle Krankenhäuser das Mädchen kostenlos behandelten. Heute kann das Mädchen nur ein paar Wörter wieder sprechen.


Quelle: www.nguoi-viet.com