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Ngày Quốc Hận 2020 – In Erinnerung an den 30. April 1975

Am 30. April 2020 ist es nun schon 45 Jahre her, als Nordvietnamesische Truppen in den südlichen Teil Vietnams einmarschierten und beide Landesteile wiedervereinigten. Seitdem steht Vietnam ganz unter kommunistischer Herrschaft. Die Wiedervereinigung war auch die Ursache für eine der größten Flüchtlingswellen in der modernen vietnamesischen Geschichte. Viele Menschen riskierten ihr Leben, um in Freiheit zu leben, die es nun nicht mehr gab. Die kommunistische Propaganda sagte einst, dass man die Menschen im Süden befreien müsste… bis heute stellt sich die Frage von was befreien? Saigon wurde in Ho Chi Minh Stadt umbenannt, nichts sollte an das frühere Südvietnam erinnern, aber 45 Jahre später ist der ursprüngliche Name bei den Bewohnern immer noch präsent. Der echte Saigoner sagt, dass nur Ausländer, die keine Ahnung haben, und Kommunisten die Stadt Ho Chi Minh nennen.

Der Vietnamkrieg wird aus der Perspektive der Kommunisten als amerikanischer Krieg dargestellt, obwohl es ursprünglich ein Bürgerkrieg zwischen dem Norden und dem Süden war. Jedoch griffen Sympathisanten des roten Regimes, linkspopulistische Journalisten und in westlichen Staaten die Generation der 1968er, die konsequent gegen alles rebellierte, diese Begriffe auf.

Das kommunistische Regime ist bis heute an der Macht, obwohl der Kapitalismus gesiegt hat und Mr. Washington auf den grünen Scheinen sehr willkommen geheißen wird. Das System darf nicht in Frage gestellt werden, da die Elite ihre Privilegien nicht verlieren möchte und gut auf Kosten der allgemeinen Bevölkerung lebt. Die Gefängnisse sind voll von politischen Häftlingen, die gelegentlich freigelassen werden, wenn wieder ein Freihandelsabkommen mit einem westlichen Wirtschaftsraum abgeschlossen werden soll, um ausländische Politiker zu täuschen, dass sich das Regime im Wandel befinde. Dissidenten im Exil werden mit Hilfe des vietnamesischen Geheimdienstes beobachtet und verfolgt. Wer im Ausland das Regime kritisiert muss damit rechnen, dass Familienmitgliedern in der Heimat physisch oder auf Amtswegen etwas zustößt.

Gegenüber dem nördlichen Nachbarn der Volksrepublik China wird ebenfalls eine widersprüchliche Politik betrieben. Hanoi will der Bevölkerung zeigen, dass es die Zügel fest in der Hand hat, was die Politik vor der Haustür angeht. Doch in Wirklichkeit kann Peking schalten und walten, wie es will, da sich Vietnams Kommunisten ideologisch und wirtschaftlich komplett vom großen Nachbarn abhängig gemacht haben. Deshalb gilt bis heute das Sprichwort: << Đừng nghe những gì Cộng sản nói, mà hãy nhìn những gì Cộng sản làm! >> („Höre nicht darauf, was die Kommunisten sagen, achte darauf, was sie machen!“)


Keine Veranstaltungen dieses Jahr


Dieses Jahr finden in der vietnamesischen Diaspora aufgrund der Covid-19 Situation keine Gedenkveranstaltungen statt. In den Vereinigten Staaten und Australien wird an den Orten, wo sonst jährlich an den 30. April erinnert wird, Quốc kỳ Việt Nam Cộng hòa auf Halbmast geflaggt sein.

An dieser Stelle findet Ihr hier einige Videos aus den letzten Jahren.


Demonstration vor dem Eiffelturm in Paris, Frankreich, 2019


Protestmarsch in Berlin, 2018


In der kanadischen Hauptstadt Ottawa gedachten im Parlament die Abgeordneten an den 30. April, der seit 2015 ein kanadischer Gedenktag ist (2017):


Gedenkfeier "Black April" von Voices of the Vietnamese Youth im Freedom Park, Westminster, Kalifornien, USA, 2016


Gedenkzeremonie, Protestmarsch und Kundgebung in London vom 30. April 2015


Gedenkfeier in Houston, Texas, USA, 2014


Ausschnitt der Demonstration in Frankfurt a. Main (27.04.2013)


Ausschnitt: Kranzniederlegung in Canberra, Australien, am Denkmal des Vietnamkrieges (2012)