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Francis Nguyen Van Hoi – Meister, Lehrer und Vaterfigur

Francis leitet heutzutage die Don Bosco Hotelfachschule in Saigon, Vietnam. Wer dort aufgenommen wird, hat die Chance der Armut zu entkommen.

Francis Nguyen Van Hoi, Jahrgang 1952, weiß selbst wie es ist in Armut zu leben. Als Ältester von neun Geschwistern lebt er mit seinen Eltern in ärmlichen Verhältnissen. Im Jahr 1976 gelingt ihm schließlich die Flucht aus Vietnam.

Deutschland wird seine neue Heimat, München sein neuer Wohnort. Mittellos ohne Gepäck und nicht einmal mit einem Mantel erreicht er die bayrische Landeshauptstadt. In seinen Dokumenten wird man ihm die Worte „staatenlos“ und „heimatlos“ eintragen.

Aber Francis will die neuen Chancen nutzen, die ihm Deutschland bietet. Er fängt von ganz unten an und jobbt als Tellerwäscher in verschiedenen Restaurants, dann lässt er sich zum Koch ausbilden und schließlich wird er selbst zum Gastronom.

„Armut ist kein Schicksal, sondern nur eine Phase, die irgendwann vorbei ist. Wenn du fleißig bist, dann kannst du auch erfolgreich sein“, sagt Francis Nguyen Van Hoi.

Und diesen Fleiß und Ehrgeiz will er auch seinen Schülern in Vietnam vermitteln.

Hilfsprojekt in Vietnam: Francis' Erfolgsrezept von der Straße

„Deutschland hat mir die Chance gegeben, zur Schule zu gehen, ein Unternehmen aufzubauen und meine Ideen zu verwirklichen. Dafür bin ich sehr dankbar“, erklärt er in einem Interview.

Mit Unterstützung der Don Bosco Mission Bonn gründet er eine Gastronomieschule in Saigon, welche landesweit einzigartig ist. Die Schule kooperiert mit großen Hotels, die dringend Fachkräfte benötigen, welche in Vietnam rar sind. Alle Schüler kommen aus ärmlichen Verhältnissen und erlernen kostenlos die Kunst der Gastronomie. Für die besten Schüler besteht nach dem Abschluss die Möglichkeit für einige Monate nach Deutschland zu kommen, um Erfahrungen bei renommierten Köchen zu sammeln und dieses Wissen neuen Schülern in Vietnam zu vermitteln.

Bei Francis Nguyen Van Hoi wird nicht nur einheimische, sondern auch internationale Küche gekocht, darunter auch Bayrischer Schweinebraten, der bei den Gästen beliebt ist.

Aber „Meister Hoi“, so wie ihn seine Schüler nennen, geht es nicht nur um die Vermittlung des Fachwissens, sondern auch um die soziale Entwicklung seiner Schützlinge.

„Die jungen Leute sollen zu verantwortungsbewussten Menschen erzogen werden“, sagt Francis.

Man müsse sich nicht schämen, dass man aus armen Hause sei, sondern selbstbewusst Chancen ergreifen, die eine Zukunftsperspektive bieten, erklärt Francis Nguyen Van Hoi, der gezeigt hat, dass ein Weg aus der Armut möglich ist.


Mehr über die Gastronomieschule hier:
https://www.misereor.de/informieren/hilfe-zur-selbsthilfe/vietnam/


Quelle:
https://strassenkinder.de/laender/asien/vietnam/portrait-francis-van-hoi